Kundgebung "60 Jahre Befreiung von Auschwitz"

Monday, 17. January 2005 @ 15:53

Aufruf der GO Dogma zur Gedenkkundgebung am 27.1.2005.

am 27. jaenner 1945 nachmittags wurde das konzentrationslager auschwitz und die nebenlager von der roten armee befreit. die rote armee und die sowjetunion haben unter gewaltigen opfern einen wesentlichen teil zur niederlage des nationalsozialismus beigetragen.

WO: Denkmal zu Ehren der Soldaten der Roten Armee Schwarzenbergplatz, Wien 1040
WANN: Donnerstag, 27.1.2005, 18.30, Gedenkkundgebung "60 Jahre Befreiung von Auschwitz", 19.00 Gedenkmarsch zum Ballhausplatz 19.30, Redebeitrag im Rahmen des "Speakerscorner gegen SchwarzBlau" am Ballhausplatz

es darf nicht vergessen werden, dass ein grosser anteil der nationalsozialistischen vernichtungsaggression gegen die menschen gerichtet war, die in der sowjetunion lebten:

hauptsaechlich aber richtete sich die nationalsozialistische wut gegen juden und juedinnen. deren physische vernichtung war anfang 1942 unter dem codewort "endloesung" auf der wannseekonferenz beschlossen worden und wurde seither durch eine koordination aller logistischen kraefte in hinblick auf eine effizienzoptimierung aller beteiligten nationalsozialistischen instanzen nachdruecklich vorangetrieben. diese vernichtungslogistik erfasste fast alle in europa lebenden juden und juedinnen. nur wenige europaeische laender waren in der lage ueberhaupt fluechtlinge aufzunehmen, wobei es hier teilweise sehr restriktive praxen gab. allerdings haette wohl auch eine liberalere fluechtlingspolitik nicht alle retten koennen, da der nationalsozialistische krieg die nazis auch in die gegenden brachte, in die sich viele juedische fluechtlinge anfangs hatten retten koennen und ihnen weitere fluchtwege versperrte. abgesehen davon war vielen juden und juedinnen die gefahr, in der sie schwebten nicht bewusst und auch die moeglichkeiten zur flucht waren fuer viele gering bis nicht vorhanden.

viele juedische menschen waren auf gedeih und verderb der politik jener europaeischer staaten ausgeliefert, denen sie als staatsbuergerInnen angehoerten und wurden durch deren kollaboration mit dem "3. Reich" der vernichtung preisgegeben. es gab kaum einen vom nationalsozialismus mit krieg ueberzogenen staat, der sich den schutz der juden und juedinnen zur prioritaet gemacht haette und es scheint, dass die vergangenheitsbewaeltigung der europaeischen gesellschaften nach der niederlage des nationalsozialismus und des mussolini-faschismus diesen mangel an hilfe fuer die bedrohtesten dieser moerderischen ideologie nicht ins auge zu nehmen gewillt war und ist. sechs millionen ermordete juden und juedinnen haben keinen gewaltigen aufschrei des entsetzens provoziert. das waren keine opfer einer naturkatastrophe (die ihre opfer ja unterschiedlos trifft, keine auswahl vornimmt nach staatsbuergerschaft, berufsgruppe, klassenzugehoerigkeit, alter oder geschlecht oder zugeherigkeit zu einem markierten kollektiv) sondern opfer einer politik, die ihre menschenverachtung und ihren lebensbedohenden antisemitismus bereits kurz nach uebernahme der regierungsgeschaefte in deutschland 1933 zu erkennen gab, fuer aufmerksame und politisch engagierte menschen laengst auch schon davor. und trotzdem fragte sich nach dem krieg niemand, wie das zugehen konnte, dass es fuer sechs millionen menschen, die fuer ihre ermordung aus ganz europa zusammengeholt wurden, kaum interesse und aufmerksamkeit gab. diese sechs millionen hat niemand gerettet und selbst konnten sie sich nicht retten, denn die juedischen kraefte waren zu schwach.

juedische institutionen konnten wohl retten, haben auch viele gerettet aber fuer so viele reichten die resourcen nicht, denn immer waren diese hilfsorganisationen auch auf die zusammenarbeit von staatlichen oder suprastaatlichen stellen angewiesen. zur hilfe ermaechtigt aus sich selbst heraus als starke institution von juden und juedinnen fuer vom tode bedrohte juden und juedinnen waren sie nicht. sie konnten aufenthaltsrechte in sicheren laendern von anderen erbitten, selbst konnten sie diese aufenthaltsgenehmigungen nicht gewaehren. so war die einzige wirksame hilfe, dem morden einhalt zu gebieten, der vormarsch der roten armee, durch den die konzentrationslager befreit und die einsatzgruppen entwaffnet wurden.

wer nach diesen erfahrungen vom mord an millionen und der ohnmacht der hilfeleistenden diesen mord zu verhindern fuer die solidaritaet mit Israel gegen angriffe auf seine existenz bedingungen stellt, stellt auch fuer die rettung des je einzelnen juedischen lebens bedingungen. Israel ist der einzige staat der welt, der der hilfe für juden und juedinnen die ermaechtigung immer geben wird.

in seinem plaedoyer fuer den staat israel vor der UNO durch den sowjetischen aussenminister gromyko kingt diese schlussfolgerung aus auschwitz auch an: "The fact that no western European State has been able to ensure the defense of the elementary rights of the Jewish people, and to safeguard it against the violence of the fascist executioners, explains the aspirations of the Jews to establish their own State. (...) It would be unjustifiable to deny this right to the Jewish people, particularly in view of all it has undergone during the Second World War."

wir leben in einem staat, der zwischen 1938 und 1945 teil des moerderischen gebildes war, das sich selbst als das "Dritte Reich" bezeichnete und dessen bewohnerInnen ohne fremde hilfe nicht in der lage und/oder nicht willens waren die souveraenitaet dieses staates von sich aus wieder herzustellen.

vielen linken ist es ein anliegen, darauf hinzuweisen, dass sie als linke sich moralisch dazu berechtigt fuehlen, die solidaritaet mit Israel nicht mit einer solidaritaetserklaerung an sharon verbinden zu wollen. Dazu soll aber auch niemand gezwungen sein.

GO Dogma

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