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Auschwitz - Go Dogma-Rede auf der Kundgebung am 27.1.2005   
Tuesday, 1. February 2005 @ 13:44

Flugblätter»Die Auseinandersetzung mit unserer jüngsten Vergangenheit
erfordert gewiss ein Wissen um Fakten, aber das genügt nicht,
nötig ist auch der Versuch ihrer Deutung, ohne die keine
Folgerung und keine Lehre gezogen werden können. «
Dr. Fritz Bauer
(Hessischer Generalstaatsanwalt von 1956 bis 1968, Chefankläger des Frankfurter Auschwitz-Prozesses)

Als hessischer Generalstaatsanwalt war Fritz Bauer verantwortlich für die Anklageerhebung im Auschwitz-Prozess, der 1963 bis 1965 in Frankfurt am Main stattfand. Mit diesem Prozess gewann die Auseinandersetzung mit dem Holocaust in Deutschland erstmals eine öffentliche Dimension.

ßIn Jerusalemß so Bauer zum Eichmann Prozess ßsitzt sicher ein Teil deutscher Geschichte und vielleicht auch deutscher Gegenwart auf der Anklagebank, nämlich ein bestimmtes obrigkeitsstaatliches Denken und Handeln der Beamten und Bürger, eine blinde Staatsgläubigkeit und Staatsvergötzung, knechtselige Unterwürfigkeit, Angst vor der Obrigkeit und ?oeberheblichkeit nach unten und Aggressivität, Herden- und Hordenmentalität. Formalismus und Technokratentum ?..."

ßAufklärung über die menschheitsgeschichtlich präzedenzlose Massenvernichtung im Rahmen eines Sammelverfahrens gegen Auschwitz-Täter war das erklärte Ziel des hessischen Generalstaatsanwalts Fritz Bauer. Bauer strebte Großverfahren an, um durch die Erforschung ganzer Verbrechenskomplexe Wissen zu bilden, Bewusstsein zu schaffen, die deutsche ?-ffentlichkeit mit den NS-Untaten zu konfrontieren.
In den fünfziger Jahren war Auschwitz ein weißer Fleck im deutschen und österreichischen Gedächtnis. Für ein selbstgefälliges, ruhiges Gewissen ist Unkenntnis die bequeme, eigen fabrizierte Bedingung.ß

Sinn und Zweck von Verfahren gegen NS-Täter war neben der Wiederherstellung des verletzten Rechts, die Aufklärung der deutschen Gesellschaft über die Vergangenheit. Nur aufgeklärt und geschichtsbewusstt, in Kenntnis der Massenvernichtung, im Eingedenken der deutschen Untaten, war mit der unvergänglichen, Gegenwart und Zukunft beeinflussenden Vergangenheit verantwortlich zu leben.
Um ßeine Dokumentation in historischer, praktischer und moralischer Hinsichtß durch den Auschwitz-Prozess war es Bauer demnach zu tun. Das Schicksal der in Auschwitz ermordeten Juden war ihm ßder eigentliche Verhandlungsgrundß.

Die Bedeutung des Auschwitz-Prozesses liegt nicht zuletzt in der Erkenntnis begründet, dass unbeirrbarer Aufklärungswille und emphatisches Gerechtigkeitsverlangen gegen alle Widerstände in der Justiz und alle Schuldabwehr in der Gesellschaft obsiegten. Auch wenn im Ganzen gesehen die Mehrheit der Holocaust-Täter ungeschoren oder mit milden Strafen davon kam, das von Deutschen begangene Menschheitsverbrechen ist auch mit Hilfe der NS-Verfahren essentieller Teil unseres historischen Gedächtnisses geworden.

<Werner Renz (www.fritz-bauer-institut.de/texte/essay/12-03_renz.htm)>


Die Wannseekonferenz


Am 20. Jänner 1942 fand in einer Berliner Villa am Wannsee ein Treffen statt, auf dem die Durchführung und Koordination der so genannten ßEndlösungß , die Ermordung aller in Europa lebender Juden besprochen wurde. Reinhard Heydrich, Leiter des Reichssicherheitshauptamtes und Vertreter Himmlers, des SS Reichsführers lud dazu alle Staatssekretäre der wichtigsten deutschen Reichsministerien ein. Dieses Treffen markierte den Punkt, an dem der deutschen Ministerialbürokratie Hitlers Entscheidung zur ßLösung der Judenfrageß durch systematischen Massenmord offiziell mitgeteilt wurde. Die Beteiligung der Bürokraten dabei wurde für unerlässlich erachtet. Man debattierte auch nicht die längst getroffene Entscheidung zum Massenmord, der teilweise schon seinen Lauf nahm, sondern nur dessen detaillierte Durchführung.
Spätestens während des Treffens musste den meisten Anwesenden klar geworden sein, dass das NS Regime die systematische Ermordung der Juden vorbereitete. Die meisten Konferenzteilnehmer wussten über die Ermordung von Juden Bescheid oder waren daran längst beteiligt.
Der dabei anwesende Eichmann schätzte später bei seinen Verhören, dass das Treffen etwa eine bis eineinhalb Stunden gedauert habe. Heydrich habe mit Schwierigkeiten gerechnet, statt dessen stieß er auf unerwartete Zustimmung und den größten Eifer der Ministerialbürokraten, die ihnen zugedachten Aufgaben zu übernehmen.



Auschwitz die Realität, die TäterInnen, die Opfer


Auschwitz das größte und bekannteste nationalsozialistische Konzentrations- und Vernichtungslager ist in der Welt zum Symbol für Völkermord geworden. Die dort verübten Verbrechen sind einzigartig in der Geschichte der Menschheit. Auschwitz vor allem war der Ort, an dem das Programm der ßEndlösungß , d. h. der Massenvernichtung der Europäischen Juden und der Plan zur Ausrottung von Polen und Zigeunern in die Tat umgesetzt wurde. Und auch Angehörige verschiedener Minderheiten und politischer Gruppen gingen in Auschwitz zu Grunde, ebenso wie sowjetische Kriegsgefangene. Sie wurden von der SS in Gaskammern und durch Exekutionen ermordet. Häftlinge starben durch brutale Terror Maßnahmen, durch Giftinjektionen, durch Sklavenarbeit, an den Folgen von Unterernährung, durch Seuchen und Infektionen und die katastrophalen sanitär-hygienischen Bedingungen.

Die Motive für die Expansions- und Vernichtungspolitik der Nationalsozialisten lagen nicht nur im politischen Vormachtstreben Deutschlands über Europa, sowie letztlich über die ganze Welt sondern sie basierten gleichermaßen auf der nationalsozialistischen Rassendoktrin, die vorsah, in den zum ßdeutschen Lebensraumß erklärten Gebieten weit reichende demographische Veränderungen vorzunehmen.
Der Begriff des ßdeutschen Lebensraumsß und die damit einhergehenden Festlegungen der bevölkerungspolitischen Veränderungen in den eroberten Gebieten waren zuvor in zahlreichen nationalsozialistischen Schriften genau beschrieben worden.
Zitat Heinrich Himmler, im Juli 1942: ßUnsere Aufgabe ist es, den Osten nicht im alten Sinne zu germanisieren, das heißt, den dort wohnenden Menschen deutsche Sprache und deutsche Gesetze beizubringen, sondern dafür zu sorgen, dass im Osten nur Menschen wirklich deutschen, germanischen Blutes wohnen.ß

Der Plan, in Auschwitz ein Konzentrationslager zu errichten, entstand im Amt des höheren SS- und Polizeiführers Südost Breslau. Der Inspekteur der Sicherheitspolizei und des Sicherheitsdienstes Arpad Wiegand schlug Ende 1939 aufgrund von ?oeberbelegungen in Gefängnissen diese Gebietes, Auschwitz als geeigneten Standort für ein Konzentrationslager vor. In den dort bereits vorhandenen Kasernen könne man sofort Gefangene unterbringen.
Himmler erteilte am 27. April 1940 den Befehl, in den Kasernen in Auschwitz ein Konzentrationslager zu errichten und es durch den Einsatz von Häftlingen ausbauen zu lassen.
Am 20. Mai 1940 trafen 30 deutsche Strafgefangene in Auschwitz ein und erhielten die Aufgabe von Funktionshäftlingen als verlängerter Arm der SS zugewiesen, um die, ihnen völlig wehrlos ausgelieferten Häftlinge zu beaufsichtigen. Gleichzeitig trafen 15 Angehörige des SS Reitersturms als Mitglieder der zukünftigen bewaffneten Wachmannschaften ein.
Mit dem Ausbau des Stammlagers wurde im Sommer 1941 begonnen. Als Arbeitskräfte wurden Häftlinge ausgebeutet. Sowohl der Plan zum Ausbau des Lagers wie auch die teilweise erfolgte Art seiner Realisierung erlauben die Feststellung, dass das Stammlager in Auschwitz als Langzeitprojekt angelegt war, mit der Absicht, dort in Zukunft für viele Jahre Menschen zu inhaftieren und zu vernichten.
Für die Errichtung eines IG Farben Werke fiel die Wahl des Standortes auf Dwory bei Auschwitz, was durch folgende ?oeberlegungen begründet wurde:

Sicherheit vor Bombenangriffen durch die Aliierten,

die nahe gelegenen Kohlegruben (die Bunawerke waren mit der synthetischen Benzin- und Gummiherstellung aus Kohle befasst),

vor allem aber durch die Existenz des KL Auschwitz mit seiner weiteren Ausbaufähigkeit und der damit verbundenen Möglichkeit, ein riesiges Arbeitskräftereservoir uneingeschränkt nutzen zu können.

Die Schwierigkeiten beim Transport zum Arbeitseinsatz, die ungeheure Erschöpfung der Häftlinge und der damit verbundene Rückgang ihrer Arbeitsleistung veranlassten die IG-Farbenwerke im zwangsausgesiedelten Dorf Monowitz unweit der Buna Werke ein Lager für Häftlinge zu errichten. Ende Oktober 1942 wurden Häftlinge aus dem Stammlager ins Lager nach Monowitz überstellt. Monowitz wurde ein Nebenlager von Auschwitz.

Den Bau des Lagers in Birkenau nahm die SS im Oktober des Jahres 1941 in Angriff. Bis zu diesem Zeitpunkt war die Anzahl der Häftlinge im Lager Auschwitz auf über 20 000 gestiegen, denn zwischen dem 7. und dem 25. Oktober 1941 waren aus den Kriegsgefangenenlagern in Neuhammer und in Lamsdorf etwa 10 000 sowjetische Kriegsgefangene eingeliefert und in einem abgetrennten Areal im Stammlager untergebracht worden.

Es ist überliefert, dass der Schutzhaftlagerführer Karl Fritzsch im Stammlager neu ankommende Häftlinge gelegentlich wie folgt empfing: ßIhr seid nicht in ein Sanatorium gekommen sondern in ein deutsches Konzentrationslager aus dem es keinen anderen Ausgang gibt, als durch den Schornstein des Krematoriums! Wenn das jemandem nicht gefällt, kann er sofort in den Draht gehen. Wenn in einem Transport Juden sind, dann haben sie kein Recht, länger zu leben als zwei Wochen, die Priester einen Monat und die übrigen drei Monate.ß

Am 26. März 1942 übernahm die neu geschaffene Frauenabteilung des KL Auschwitz 999 deutsche weibliche Häftlinge aus dem KL Ravensbrück, sowie 999 weibliche jüdische Häftlinge aus Poprad in der Slowakei. Im Laufe eines Monats wurden fast 7 000 Häftlinge in die Frauenabteilung eingeliefert.

Am 17. und 18. Juli 1942 führte Himmler in Auschwitz zum zweiten Mal eine Inspektion durch.
Die Massenvernichtung von Juden in Birkenau begann in den ersten Monaten des Jahres 1942. Am 17. Juli war Himmler bei der Vernichtung eines Judentransports im Bunker Nummer 2 zugegen gewesen. Die bei dieser Vernichtungsaktion gesammelten Erfahrungen und die daraus gezogenen Schlüsse waren mit Sicherheit Gegenstand der Abschlussbesprechung am 18. Juli. Nicht nur für die Durchführung der Massenvernichtung sondern auch für die spurlose Beseitigung der Getöteten mussten technische Lösungen gefunden werden. Im Rahmen ßder Endlösung der Judenfrageß hatte Birkenau ab jetzt eine große Bedeutung erlangt.

Vermutlich im August 1941 verwendete der Schutzhaftführer des Lagers Fritzsch das, bis dahin als Desinfektionsmittel im Lager gebräuchliche Zyklon B zur Tötung sowjetischer Kriegsgefangener. Sie wurden im Keller des Blocks 11 ermordet. Nachdem die ersten ßexperimentellenß Erprobungen des Giftgases als Massenvernichtungsmittel offensichtlich erfolgreich waren, beschloss der Lagerführer weitere erwartete Transporte sowjetischer Gefangener mit Zyklon B zu töten.
Das Krematorium I im Stammlager war seit Mitte August 1940 in Betrieb. Anfangs diente es zur Verbrennung der Leichen von Häftlingen, die eines ßnatürlichenß Todes gestorben oder hingerichtet worden waren. Bis April 1942 waren im Krematorium I 2 Doppelmuffelöfen im Einsatz. Ein dritter wurde Ende Mai 1942 in Betrieb genommen.

Die Bunker, in denen zunächst Massentötungen durch Giftgas stattfanden, ebenso wie die Massengräber waren Provisorien; die, zu Gaskammern umgerüsteten Bauernhäuser waren primitiv und nicht ßeffektivß genug.
Bereits im Sommer 1942 wurde in Birkenau mit dem Bau eines neuen Vernichtungszentrums ?- bestehend aus 4 Krematorien mit Gaskammern ?- begonnen. Infolge des mörderischen Arbeitstempos waren die Arbeiten Ende Juni 1943 abgeschlossen. Täglich hatten Häftlinge in Tag- und Nachtschicht auf den Baustellen der Krematorien arbeiten müssen.

Zwischen dem 15. Mai und dem 9. Juli 1944 wurden 434 351 ungarische Juden aus überwiegend ländlichen Gebieten nach Auschwitz deportiert (die Angaben stammen von Laszlo Ferenczy). Sie wurden aus 55 größeren Ghettos und Zentren in 147 hermetisch verschlossenen Güterzügen abtransportiert. Die meisten ungarischen Juden wurden bald nach ihrer Ankunft in Auschwitz-Birkenau vergast. Als Miklos Horty die Deportationen stoppte, war Ungarn mit Ausnahme der Hauptstadt Budapest bereits ßjudenreinß.

Mitte 1944 verstärkten sich die Appelle, Bombenangriffe zu fliegen. Forderungen, mit einem Luftangriff die Vernichtungsanlagen im KL Auschwitz und die Eisenbahnverbindung mit dem Lager zu zerstören, wurden auch direkt an Präsident Roosevelt oder an das Kriegsministerium gerichtet, allerdings mit kaum nennenswertem Erfolg. Das Kriegsministerium war der Auffassung, dass militärische Kräfte und Mittel nicht für unmilitärische Aktionen eingesetzt werden dürften, weiterhin wurde argumentiert, dass die vorgeschlagenen Operationen eine verhältnismäßig große Zahl von Luftstreitkräften benötigen würden, die aber an anderen Kriegabschnitten für den Erfolg unentbehrlich seien. Außerdem sah man technische Schwierigkeiten bei einer etwaigen Durchführung und war generell der Ansicht, die wirksamste Hilfe sei ein schneller Sieg über Nazi-Deutschland.

ßhnlicher Meinung war das britische Luftfahrtministerium. Der von der Jewish Agency unterbreitete Vorschlag, die Eisenbahnstrecke von Budapest ins KL Auschwitz und die im Lager befindlichen Vernichtungsanlagen zu bombardieren, stießen bei Churchill auf Verständnis. Allerdings erklärte sein Luftfahrtminister Sir Archibald Sinclair diese Operation aus englischer Sicht für undurchführbar und riet, bei den Amerikanern Interesse dafür zu wecken.

So blieb es schließlich der Roten Armee überlassen bei ihrem Vormarsch Auschwitz zu befreien.´

Dennoch waren sowohl die amerikanische als auch die englische Luftwaffe aktiv. Am 20. August 1944 bombardierte die US Air Force die Buna Werke in Monowitz, in direkter Nähe der Vernichtungsanlagen im KL Auschwitz II-Birkenau. Ebenso am 13. September. Dabei kamen auch 15 SS Männer ums Leben. 28 weitere wurden schwer verletzt. Leider starben aber auch 40 Häftlinge und 65 wurden schwer verletzt. Die letzten Luftangriffe der Amerikaner auf die Buna -Werke fanden einen Monat vor der Befreiung des Lagers statt.


Die enorm hohe Zahl der Opfer im KL Auschwitz sowie die Methode der dort industriell betriebenen Massenvernichtung haben dieses Lager weltweit zum Symbol stellvertretend für alle von Nazideutschland begangenen Verbrechen gemacht. Die Wirklichkeit des KL Auschwitz, die grauenhaften Ereignisse und Erfahrungen dort haben vor allem ehemalige Häftlinge in Tausenden von Publikationen beschrieben. Für viele Auschwitzüberlebende wurde das Zeugnisablegen, das Dokumentieren und die Weitergabe dessen, was sie in Auschwitz persönlich erfahren mussten zum Lebensinhalt. Sie betrachteten dies gleichsam auch als Vermächtnis derer, die im Lager zu Grunde gingen. Diese Zeitzeugen haben dafür gesorgt, dass Auschwitz sich ins Gedächtnis der Welt eingeprägt hat.

Die Gesamtzahl der Opfer bewegt sich in verschiedenen Publikationen zwischen einer und vier Millionen. Das wird unter anderem verständlich aus dem Umstand, dass die SS in Auschwitz und andere Nazi-Behörden den größten Teil der Lagerdokumente - aus denen die genaue Opferzahl ersichtlich gewesen wäre ?- vernichteten, um so die Beweise für die, von ihnen begangenen Verbrechen zu beseitigen. Aus dem vorliegenden nur bruchstückhaften Quellenmaterial konnte sie daher nicht ermittelt werden.

Erste Feststellungen hinsichtlich der Opfer im KL Auschwitz traf die außerordentliche sowjetische Staatskommission zur Untersuchung der Verbrechen der deutsch-faschistischen Aggressoren. Vertreter dieser Kommission trafen am 4. Februar 1945 ?- eine Woche nachdem Truppen der Roten Armee das Lager erreicht hatten ?- in Auschwitz ein. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich noch mehrere tausend Häftlinge auf dem Gelände des ehemaligen Lagers inmitten der Ruinen, der von der SS gesprengten Gaskammern und Krematorien.

Nach heutigem Forschungsstand wird von 1,1 bis 1, 5 Millionen Menschen ausgegangen, die in Auschwitz ermordet wurden, wobei ein Teil der in Auschwitz eingelangten Transporte nicht registriert wurde und somit die Ermordeten keine dokumentarischen Spuren hinterließen. Es handelt sich also hierbei um Mindestangaben. Die sowjetische Untersuchungskommission der Roten Armee ging von bruchstückhaften Dokumenten aus, deren Vernichtung der SS vor ihrer Flucht misslang und von Schätzungen der Kapazitäten der Mord-Einrichtungen. Sie gelangte dabei zu einer ungefähren aber durch Quellen nicht belegbaren Zahl von etwa vier Millionen Opfern.



Die Befreiung


Mitte Januar 1945 begann die Rote Armee eine Offensive in Richtung Krakau und Auschwitz. Die Deutschen begannen einen überstürzten Rückzug. 58 000 Gefangene, fast alle Juden, wurden aus den Lagern von Auschwitz auf Todesmärsche getrieben. Die meisten wurden während dieser Märsche ermordet andere noch vor der Evakuierung der Lager getötet.
Am Nachmittag des 27. Januar betraten Soldaten der 1. Ukrainischen Front der 60. Armee, die sich auf dem linken Weichselufer in Richtung oberschlesisches Industriegebiet vorkämpften, in Monowitz das KL Auschwitz. Direkt beteiligt an der Befreiung von Auschwitz war die 100. Lemberger Infanterie-Division des 2. Verbandes befehligt von Generalmajor Fedor Michailovitsch Krasawin.
In Birkenau fanden sie die Leichen von 600 Gefangenen, die nur Stunden vor der Befreiung des Lagers getötet worden waren. 7650 kranke und erschöpfte Gefangene wurden jedoch gerettet.

Es wird gerade anlässlich vieler Gedenkfeiern heute so getan, als wäre Auschwitz in einer unendlich fernen mythischen Zeit geschehen, die mit der Gegenwart keinerlei Verbindung hat. Das ist falsch. Die deutsche und österreichische Gesellschaft will sich die Kontinuitäten im Denken nur selbst nicht eingestehen, um die ideologischen Wiederholungen desto ungestörter in ihrer Mitte stattfinden zu lassen. Darauf hat Theodor W. Adorno in seinen ?oeberlegungen zu Auschwitz bereits eindringlich hingewiesen:
ßHitler hat den Menschen im Stande ihrer Unfreiheit einen kategorischen Imperativ aufgezwungen: ihr Denken und Handeln so einzurichten, dass Auschwitz nicht sich wiederhole, nichts ßhnliches geschehe. Dieser Imperativ ist so widerspenstig gegen seine Begründung wie einst die Gegebenheit des Kantischen. Ihn diskursiv zu behandeln wäre Frevel: an ihm lässt leibhaft das Moment des Hinzutretenden am Sittlichen sich fühlen. Leibhaft, weil es der praktisch gewordene Abscheu vor dem unerträglichen physischen Schmerz ist, dem die Individuen ausgesetzt sind, auch nachdem Individualität als geistige Reflexionsform zu verschwinden sich anschickt. Nur im ungeschminkt materialistischen Motiv überlebt Moral.

Literatur:

Auschwitz ?- Nationalsozialistisches Vernichtungslager
Staatliches Museum Auschwitz ?- Birkenau 1997
Isreal Gutman (HG.): Enzyklopädie des Holocaust ?- Die Verfolgung und Ermordung der Europäischen Juden
Bd. I u. III
Piper Verlag München ?- Zürich
Th. W. Adorno, Negative Dialektik; Frankfurt/Main 1967
<Werner Renz (www.fritz-bauer-institut.de/texte/essay/12-03_renz.htm)>

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Auschwitz - Go Dogma-Rede auf der Kundgebung am 27.1.2005 | 0 Kommentar(e) | Neuen Account anlegen
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