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60 Jahre Niederschlagung des Nationalsozialismus   
Wednesday, 27. April 2005 @ 23:28

Dogmatische Positionen60 Jahre Niederschlagung des Nationalsozialismus und vieler faschistischer Regime - Gedenken an die Opfer und den Widerstand - weiter gegen die Möglichkeit eines zukünftigen Faschismus kämpfen!

Aufruf der Go Dogma zur Befreiungsfeier am 8. Mai.



Faschismus wird oft zu Unrecht oberflächlich als Schreckensherrschaft und Danteskes Inferno umschrieben. Faschismus war jedoch in Wirklichkeit Staatsideologie, bürokratische Planung und industrieller Massenmord. Faschismus hatte bekanntlich viele nationale Erscheinungsformen, seine agressivste war zweifellos der in Deutschland und ?-sterreich von überwältigender Zustimmung und Beteiligung gezeichnete Nationalsozialismus. Der Kampf gegen den Kommunismus und die physische Ausrottung ganzer Völker wurden jedoch nicht nur im Nationalsozialismus, mittels Mythen und Gewalt, zum Selbstzweck gemacht, sondern auch in einigen anderen faschistischen Regimen. Antikommunismus und Rassenwahn resultierten unweigerlich in der Abschaffung demokratischer Rechte und, wichtiger noch, in Krieg als der dann gelebten Clausewitzschen Formel der Fortführung von Politik mit anderen Mitteln.

Nun feiern wir den 8. Mai. Dieses Datum birgt in sich eine große Symbolik, da die deutsche Version des Faschismus, als der politische Atavismus schlechthin des technologischen Zeitalters, auf den Tag genau vor sechzig Jahren kapituliert hatte und somit offiziell das Ende des Zweiten Weltkrieges und ebenso der Shoah einleitete. Insgesamt hinterließ er, nebst nekrophiler Rassenlehre und sozialdarwinistischem Obrigkeitsglauben, vor allem Leichenberge, verbrannte Erde und Trümmer, weshalb der Frieden fortan meist nur als Abwesenheit von totalem Krieg empfunden wurde. Der Wahrheit zuliebe muß zum Faschismus aber gesagt sein, daß seine Kapitulation erstens nicht ideologischer, sondern bloß militärischer Natur war, daß er zweitens durch Eingreifen von Außen und keineswegs von Innen her zu Fall gebracht wurde und drittens seine Vergangenheit nicht auf eine Wiese aufgearbeitet wurde, die seine Zukunft zur Unmöglichkeit macht.

Nichtsdestotrotz darf nicht vergessen werden, wie bemerkenswert in ?-sterreich jede Form von Widerstand war, an dem sich Vertreter verschiedenster ?oeberzeugungen beteiligten, ein antifaschistischer Kampf, dessen organisatorisches Rückgrat nachweislich die kommunistische Partei bot. Letzteres wurde in der Gesamtzeit der zweiten Republik, unter wiederholtem Verweis auf den vergleichsweise unbedeutenden und verhaltenen christlichen Widerstand, bis zum heutigen Tag unnachgiebig unter den Tisch gekehrt. Auf dieselbe Weise ließ man den slowenischen Widerstand der Kärntner Partisanen interessanterweise aus dem Unterrichtsplan der Mittelschulen verschwinden. Dabei starben alle diese Widerstandskämpfer für die Freiheit, nebenbei gesagt, auch für die unsrige; sie verdienen daher unseren tiefsten Respekt.

Insofern stehen zugleich folgende ?oeberlegungen an. Es muß festgehalten werden, daß der Faschismus ein spezifisch europäisches Produkt war, das als solches, in einer Linie mit der Industrialisierung und Mobilisierung der Massen, seiner langen Tradition des Antisemitismus und der Slawophobie ein modernes Gesicht des Grausamkeit gab � und sich in der Geschichte erstmals als kapitalistische Möglichkeit (der Krisenbewältigung) erwies. Nur wären heute neben den sechs Millionen jüdischen Opfern und dreißig Millionen umgebrachten Slawen auch so manche verdrängte Zusammenhänge zu erwähnen: nämlich, daß der Faschismus kein plötzlicher Zufall war, sondern historisches Glied in der Kette kapitalistischer Entwicklung, also ein durch soziale Umstände und deren Werte begünstigte Ordnung epochalen Charakters.

Der Faschismus entstand nämlich in einer Zeit der weltumspannenden, kapitalistischen Wirtschaftskrise, welche einerseits die entscheidende Rolle des ?-konomischen, bestimmend über Hunger oder Sattheit der Bürger, offenbarte und andererseits die Entmündigung und Unterordnung des Politischen verdeutlichte. Dieser innere Widerspruch zwischen verfassungsrechtlichem Demokratieideal und existentiellem Wirtschaftsdiktat stellte seinen politischen Ausgangspunkt dar. Dazu gesellte sich eine allgemein geschürte Angst vor den Roten und einem Ausbruch chaotischer sozialer Zustände.

Deshalb definierte der Faschismus, ganz im Zeichen seiner Epoche, sich selbst durch einen aggressiven Nationalismus und Antikommunismus, der ihm zur Ausrede diente, radikale Machtkonzentration zu betreiben, um das ohnehin fragwürdige Ideal des Hegelschen Staates als des unparteiischen Richters über den Klassen, in seinem jeweils nationalen Rahmen, vollkommen zu errichten. Er mobilisierte die Massen klassenübergreifend, weil er sowohl die klerikal rückständige Bauernschaft, die zunehmends verarmte und dem zutiefst abgeneigte Mittelschicht sowie die teils arbeitslose Lohnarbeiterschaft mit einer Mischung aus Heilsversprechungen (durch Führerkult) und Schuldprojektionen (durch Judenhetze) für sich gewann.

Geht man denn von den gesellschaftliche Nachwirkungen aus, so muss man zugeben, dass es letztendlich eine Ordnung war, die der Bedrohung des Bürgertums durch eine organisierte Arbeiterschaft ein bis heute fortwirkendes Ende bereitet hatte. Zu diesem Zwecke hatte der Faschismus versucht, wie schon erwähnt, die immanenten Widersprüche zwischen der Alltagshegemonie des Kapitals und dem intuitiven Mitbestimmungswunsch der Bevölkerung durch Nationalismus, Führertum und Raubkriege zu glätten. Insofern erwies sich der Zweite Weltkrieg nicht nur als letzte Konsequenz traditioneller europäischer Hassbilder, insbesondere der jahrhundertlangen kirchlichen und bürgerlichen Judenhetze, sondern auch als äußerst reaktionärer Ausweg aus der Ohnmacht der Klassengesellschaft gegenüber der blind wirkenden kapitalistischen Wirtschaft. Denn, nicht zu vergessen wäre ja, daß das horrende Phänomen namens Faschismus unter anderem ein recht lukratives Geschäft war, das über die Tonnen von Fliegern, Booten, Bomben, Uniformen, Patronen und Stiefeln hinaus dem krisenhaften Kapitalismus zur Stärkung und zum Neuaufbau verhalf.

Kurz, der Faschismus verschwand nicht als historische Möglichkeit! Seine latente Brisanz behält er dadurch, daß auch heutzutage die Bereitschaft fortlebt, soziale Krisen durch Entrechtung von Menschen und Entdemokratisierung lösen zu wollen. Es ist auch heutzutage leichter, öffentlich eine Diskussion über angeblich raffendes und schaffendes Kapital (d.h. über gute und schmarotzende Unternehmer und Arbeiter) zu entfachen als über fundamentale Eigentumsfragen. Akteure aller Couloir verschaffen sich auch heutzutage leichter Gehör bei den als "Gemeinschaft" angerufenen durch Kontrollversprechungen und Entdemokratisierung, als dass eine relevante gesellschaftliche Kraft die Ausweitung von Demokratie auch auf ökonomische Entscheidungsebenen (Räte) als Lösungsvorschlag ins Spiel zu bringen im Stande wäre. Die militärische Niederschlagung des Faschismus erlöste die Welt weder vom Antikommunismus, die westlichen Aliierten pflegten ihn wie die Restauration der alten faschistischen Eliten Europas unter demokratischen Vorzeichen. Auch in ihrer Niederlage hinterließen Faschismus und Nationalsozialismus Gesellschaften, die von den Nachwirkungen der populistischen und physischen Verfolgung radikaler Gesellschaftskritik gezeichnet waren und deren politische Eliten sich umgehend in der NATO zum Kampf gegen den Sowjetkommunismus versammelten. Eine der bleibendsten Nachwirkungen jener besiegten epochalen Gesellschaftsformation war und ist jedoch der Antisemitismus, der sich jetzt in neuem Gewand einer antizionistischen Kritik kleidet und somit Israel, als dem einzigen Judenstaat, implizit das Existenzrecht abzusprechen versucht.

Im Gedenken an den Widerstand von Millionen von Menschen in ganz Europa gegen Nationalsozialismus und Faschismus möchten wir daran erinnern, dass die KommunistInnen einen überwältigenden Anteil dieser KämpferInnen stellten. Sie kämpften gegen den Faschismus und für Freiheit. Freiheit, die in kapitalistischen aber letztlich nie Verwirklichung finden und Bestand haben kann, denn die faschistische Karte trägt der Kapitalismus ständig im Talon. Das Erbe unser und der nachfolgenden Generationen ist es darum, nicht nur Nationalsozialismus und Faschismus in mahnendem Gedenken zu bewahren, sondern den Mut der FreiheitskämpferInnen in Erinnerung behaltend für eine Gesellschaft zu streiten, die den Faschismus - nicht nur in seiner historischen Gestalt sondern auch als postmoderne Möglichkeit - endgültig der Geschichte überantwortet!

Freiheit!

Befreiungsfeier am 8. Mai, 17 Uhr, Schwarzenbergplatz.

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