Stoppt den Solidaritätswahnsinn!

Freitag, 11. August 2006 @ 12:41

Bei der Gründung der Europäischen Linkspartei in Rom wurde genau eine politische Erklärung verabschiedet, nämlich die Verurteilung Israels für den „Mauerbau“. Von 350 Delegierten stimmten grade Mal eine handvoll dagegen. Im aktuellen Krieg Israels gegen die Hisbolla heißt die Losumg der EL „STOPPT Israel!“.
Diese Position verdient eine dogmatische Ablehnung , finden und erklären einige GO-Dogmatiker.

?oeber 60 Jahre nach der Shoa betonen Linke immer wieder das „Existenzrecht Israels“, den JüdInnen wird allerdings ausschließlich die Opferrolle zugestanden. Sobald Israel beginnt, sich selbst zu verteidigen, überschreitet der Judenstaat seine Opferrolle und muß geSTOPPT werden.

Dabei wäre es so einfach zu begreifen.

Würden alle am Frieden Interessierten mit ihren Mitteln mithelfen, die Hisbollah, die Hamas und die anderen, die alle Juden ins Meer werfen wollen zu entwaffnen, würden schlagartig Kriege beendet, würde wahrscheinlich eine Zweistaatenlösung sehr Nahe sein und entscheidende Verhandlungen über die Golanhöhen beginnen.

Es ist so einfach. Und doch.

Die Linke Europas will Israel boykottiert wissen, ja sogar bestraft, um den Opferstatus wieder herzustellen. Die Hamas ist demokratisch gewählt und eine Hilfsorganisation mit ein paar Fanatikern, die Hisbollah eine libanesische Partei mit 2 Ministern und 14 Abgeordneten und sehr karitativ und fest verankert mit den üblichen radikalen Rändern und die radikalsten Vernichtungsphantasien von Herrschern und Beherrschten werden auf innenpolitische Besonderheiten und kulturelle Eigenheiten zurückgeführt. Die Wahrnehmung ist getrübt und zwar umfassend.

Und so ist es auch nicht verwunderlich.

In einem Interview der deutschen Zeitung JungeWelt wurde der ansonsten spannende und und kluge Kommunist Kurt Palm mit folgender Einschätzung Redakteurs konfrontiert:

„Die internationale Solidarität mit den Palästinensern und Libanesen hält sich allerdings in Grenzen. Auch in der Linken ist die Tendenz bemerkbar, zu beiden Seiten auf gleiche Distanz zu gehen. Ich denke hier an eine Erklärung des KP?--Vorsitzenden Mirko Messner, die sich gegen israelische Gewalt und Hisbollah-Terror richtet und die Friedenskräfte auf beiden Seiten, aber nicht den nationalen Widerstand zum positiven Bezugspunkt hat.“
Palms bedauernswerte und leider vielen Linken aus der Seele sprechende Antwortet:
"Ich halte es für absolut falsch, die Schuld auf beide Seiten verteilen zu wollen. Man kann die israelische Terrormaschinerie nicht mit der Hisbollah vergleichen." Junge Welt: "Betrachten Sie den Widerstand der Hamas und der Hisbollah gegen die israelische Aggression als legitimß
Kurt Palm: "Wenn der nicht legitim ist, dann frage ich mich, was sich die Leute dort denn noch gefallen lassen sollenß

Es mag ja sein, dass Parteien in Wahlkampfzeiten die Meinungsfreiheit sehr großzügig auslegen, um Stimmen zu maximieren, es erscheint uns aber für eine Kommunistischen Partei insbesonders in ?-sterreich nicht angebracht, auf den ziemlich antisemitischen Grundkonsens in der österreichischen ?-ffentlichkeit einzuschwenken.
RepräsentantInnen der KP?- gleichwie andere Linke sollten sich - nicht nur - in Stellungnahmen zum Nahostkonflikt nicht zu denkfaulem Solidaritätsgeseiere hinreißen lassen, sondern sich erst mal ihre eigene Analysefähigkeit und der ihrer GenossInnen bedienen!

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