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ßGenug für alle!ß ?- Warum gibt´s dann so viele Arme?   
Tuesday, 24. August 2004 @ 23:29

Kommentar vom "gegenstandpunkt" (h. auinger). unterstellt in gewohnter gegenstandpunkt-manier der globalsierungskritischen bewegung naive kapitalismuskritk. lesen sie selbst:

1. Regelmäßig beglückt (nicht nur) die globalisierungskritische Bewegung attac die Menschheit mit solchen Auskünften, die Mut machen und Hoffnung verbreiten sollen.

Auf den ersten Blick erscheinen sie einleuchtend, einerseits we-nigstens: Irgendwie mangelt es wirklich nicht an Reichtum. Anderseits belegt diese seit mehr als einem Jahrhundert regelmäßig wiederholte Weissagung immer nur eines: Vom Hunger gänzlich unbeeindruckt wächst der ß?oeberflußß weiter, und ungerührt vom gewaltigen medizinischen Fortschritt raffen in der Tat ßbehandelbare Krankheitenß weiter-hin Menschen massenhaft dahin. Wenn es Armut, Hunger, Seuchen und andere Formen des Elends erstens weltweit und zweitens nicht erst seit gestern und drittens trotz des jahrzehntelangen Ausbaus des Sozialstaats, trotz Entwicklungshil-fe, Caritas und Aidshilfe weiterhin in ziemlichen Zuwachsraten gibt, dann scheint es sich um eine Weltordnung zu handeln, in der der Reichtum Weniger mit dem Elend Vieler eine gar nicht so einfach aufzulösende Liaison eingegan-gen sind. Grund genug, der Frage genauer nachzugehen, warum denn der ßweltweite Reichtumß die Hungersnöte nicht behebt; warum er attac einfach nicht den Gefallen tut, sich über die Armen und Elenden zu ergießen.
2. Das Deuten auf ?oeberfluß und massenhaften Reichtum trifft etwas. Da gibt es die Agrarprodukte, die verfaulen oder ins Meer gekippt werden, wenn sie keine Käufer finden; da gibt es die Milch-, Butter- und Rindfleischberge, die die EU auftürmt, weil sie verhindern will, dass ihre Bauern an diesem ihrem ?oeberfluß zugrunde gehen; da gibt es Warenlager, die aus allen Nähten platzen, weil es wieder einmal an der Kaufkraft fehlt. Zu tun hat dies ziemlich viel mit einer ande-ren Sorte von Reichtum: Die Mittel der Produktion haben einen Produktivitätsstand erreicht, der es erlaubt, mit immer weniger Arbeitseinsatz in immer kürzerer Zeit gewaltige Gütermengen herzustellen; alte Naturabhängigkeiten sind durch die Erfindung quasi ßkünstlicherß Rohstoffe und Materialien überwunden, es ist dafür gesorgt, dass die Produkti-on von Nahrungsmitteln nicht mehr an regionalem Wassermangel und schlechtem Boden scheitern muss. Usw.
3. Gänzlich an der Sache vorbei geht diese Aufzählung, wenn sie sich an den Möglichkeiten berauscht, die im Reichtum an Nahrungs- und Produktionsmitteln stecken, ohne dabei zur Kenntnis zu nehmen, dass sich dieser ?oeberfluß kapitalis-tisch gerade umgekehrt, nämlich als Mangel bemerkbar macht: als Mangel an Zahlungskraft, als Geldmangel bei den Käufern, damit die all diese schönen Sachen ihrem in dieser Produktionsweise einzigen Zweck zuführen ?- sie nämlich zu Geld zu machen. Deswegen fällt Geschäftsleuten an Hungersnöten auch nicht der Mangel an Nahrungsmitteln, son-dern allein der Mangel an Bargeld auf! Hätten die Leute das nötige Kleingeld, müßten sie nicht hungern. Die Unter-nehmerschaft würde sie sofort satt machen, wenn sie Trockenmilch und Reissäcke kaufen würden, und zwar zu einem Preis, mit dem der Unternehmer seinen Gewinn macht. Wenn nicht, gibt´s eben nichts zu Spachteln. Verschenkt wird nichts ?- wo käme der Kapitalismus denn da hin! All der schöne, im ?oebermaß hergestellte Reichtum könnte schon das Elend weltweit beseitigen ?- wenn, ja wenn er denn mit dem Zweck produziert würde, als Mittel zur Befriedigung von Bedürfnissen zu dienen. Wird er aber nicht! Der ganze stoffliche Reichtum wird unter Einsatz lohnabhängiger Nichtei-gentümer im Interesse von kapitalistischen Privateigentümern als deren Privateigentum erarbeitet. Und seine einzige Existenzberechtigung hat er darin, sich in der Form von Reichtum zu bewähren, die kapitalistisch allein als Reichtum gilt ?- als Geld.
4. Der ?oeberfluß an Geld ist gleichfalls mit Händen zu greifen: In allen ßguten Sparkassen und Bankenß ist er zu besichtigen, in staatlichen Haushalten ebenso wie bei Anlageberatern, die ihrer Klientel sagen, wie sie aus ihren Geldüber-schüssen noch mehr machen können. An den Börsen wird es über den Globus hin und her geschoben, vermehrt sich scheinbar aus dem Nichts heraus ungeheuer, bringt den Geldbesitzern und Spekulanten ihre Gewinne, gelegentlich auch harte Verluste, die dann in der Regel den nächsten Börsenboom mit neuen ßGewinnerwartungenß einleiten. Auch bei diesem ?oeberfluß handelt es sich nicht um einen großen Haufen Geld, der nur darauf wartet, von Gerechtigkeitsaposteln unter arme Menschen verteilt zu werden, die sich dann mit dem Geld alles kaufen, was satt, warm, und gesund macht. Aber: Genau so wenig wie die hübschen Waren, die in den Schaufenstern zu besichtigen sind, ihren Zweck im Verbrauch haben, erfüllt sich im Kapitalismus die Bestimmung des Geldes darin, mit ihm Turnschuhe, Semmeln oder Aspi-rin zu kaufen, und damit irgendwelche Konsumwünsche erfüllen. Mit jedem Verkauf soll Geld locker gemacht werden, das sich dann in Unternehmerhand als Kapital bewährt. Nichts sonst! Da geht es dem Geld wie den Waren: Allein für die weitere Geldvermehrung ist es da! Stellt sich diese ßVerwertungß nicht ein, taugt auch das Geld nichts, und es findet eine krisenhafte ßEntwertungß statt. Unternehmen schreiben ßrote Zahlenß und setzen Leute massenhaft auf die Straße.
5. Genau das macht den Kapitalismus aus: Es taugt für den Unternehmer die neueste und produktivste Maschine nichts, wenn sich die damit produzierten Güter nicht als Waren auf dem Markt bewähren, d.h. ihm Geldreichtum einbringen. Fabrikbesitzer, die keine Geschäfte mehr machen, schließen ihre Fabriken und lassen ihren Maschinenpark eher ver-kommen, als dass sie eine Produktion zulassen würden, die sich dem schlichten Zweck der Herstellung von Gütern für die Bedürfnisbefriedigung verschreibt. Lieber lassen sie dann die Waren, die nicht zur Geldvermehrung taugen, in ihren Lagern verfaulen oder verstauben, als dass diese dem kostenlosen Konsum zugeführt würden. Beim Geld, diesem kapi-talistischen Produkt schlechthin, ist so eine Vorstellung ohnehin absurd: Lässt es sich nicht vermehren, dann taugt es bald nichts. Dann hat es seine Rolle als Wert ausgespielt. Deswegen ist auch der Umverteilungsgedanke so daneben: Eine massenhafte Geldumverteilung zugunsten der Armen wäre die zügige Entwertung, die Zerstörung genau der Qua-lität des Geldes, für die es gerade unter die hungrigen Massen gebracht werden soll ?- nämlich als Kaufmittel.
6. Den kapitalistischen Reichtum gibt es überhaupt nur in genau der ßVerteilungß, die angeprangert wird. Dieser Reich-tum braucht dauerhaft Arme, die ihn herstellen, und er produziert permanent Arme, die als absolut überflüssige Arbeits-kräfte unbrauchbar und als Hungrige nicht von Bedeutung sind. Also ist die Parole vom Reichtum, der ßgenug für alleß enthält so vernünftig dann doch nicht. Im Kapitalismus gehören Armut und ?oeberfluß zusammen. Das ist der Skandal. Wer den Kapitalismus als eine Produktionsweise mit ungerechter Verteilung kritisiert, die nur auf moralisch hochwerti-ge Absichten und auf sonstige konstruktive Vorschläge gewartet hat ?- der will auch nichts davon wissen, dass jedes Umverteilungsanliegen, sobald es ernst genommen würde, einen Angriff auf die Grundfesten des Kapitalismus darstellt.
7. Dieses Anliegen bekäme es ohnehin sofort mit eben jener Einrichtung zu tun, an die attac in gnadenloser Zutraulich-keit all seine Forderungen stellt und auf die es seine Hoffnungen richtet. Diese kapitalistische ?-konomie kann nämlich immer auf die guten Dienste der Politik rechnen, hat also die Staatsgewalt hinter, neben, über, unter und vor sich. Das ist im übrigen auch jedermann bekannt. Wer einmal der Verlockung des bargeldlosen ßEinkaufsß nicht widerstanden hat, bekommt schnell unerfreulichen Kontakt mit einer der zahllosen Vorkehrungen zum Schutz des Privateigentums. Diese staatlichen oder mit staatlichem Segen versehenen privaten Vorkehrungen machen aus dem Akt der ßspontanenß Bedürfnisbefriedigung in der Lebensmittelabteilung des Kaufhauses ein Verbrechen und aus dem Hungrigen einen Kriminellen. Vornehm sieht attac in den Sonntagsreden vom Reichtum, der für alle reicht, davon ab, dass die Herrschaft des Privateigentums gerade nicht von gierigen und ungerechten Privateigentümern garantiert wird, sondern daß das die erste Aufgabe der Staatsmacht ist.
8. Bekannt mögen diese Feststellungen vielleicht sein, sogar langweilig ?- überflüssig sind sie nicht. Schon gar nicht für Leute, die sich vorgenommen haben, mit ihren Einwänden gegen Armut und Reichtum im Kapitalismus ernst zu ma-chen. Als Gegner des Hungers und des Sozialabbaues muss man sich entscheiden: Entweder hat man etwas dagegen, dass staatlich geschütztes Kapitaleigentum weltweit allen Menschen ohne Geld den Zugang zum Reichtum versperrt, oder man ist zufrieden damit, zu jener Riege guter Menschen mit dem kindlichen attac-Weltbild zu gehören, demzufol-ge alles nicht so sein müßte, wie es ist. Dann hält man immer wieder leicht beleidigt der Staats- und Geldmacht vor, dass sie einfach nicht dem schönen Bild entsprechen, das sich attac nebst Anhang von ihr macht.
Ist eine andere Welt möglich? ?- So nicht!
Sogar ein durchkalkuliert nichtssagender Satz wie ßeine andere Welt ist möglichß, dem auch Leute wie der Papst und George W. Bush ehrlichen Herzens zustimmen können, sogar so ein Spruch kann falsch sein. Gemeint damit ist näm-lich: ßDas alles ?- Sozialabbau, Hunger, Krieg ?- müßte doch gar nicht sein!ß ßDas alles ?- eine kapitalistische ?-konomie, ein ordentlicher Kapitalstandort, ein Sozialstaat, ein weltweiter Kapitalmarkt, eben diese Welt ?- ginge doch auch an-ders!ß In Gestalt von ßAlternativenß mit menschlichem Antlitz eben. ?- Falsch.
Das alles geht nicht anders. Angesichts dessen, wie und wofür die Welt eingerichtet ist, muß das alles schon sein. Eine ßandereß Welt, aber unter Anerkennung aller herrschenden Zwecke; unter Beibehaltung sämtlicher Einrichtungen und Instanzen der existierenden Welt von der Lohnarbeit bis zum Kapitalexport; und ohne sich mit den herrschenden Mäch-ten anzulegen ?- die ist nicht möglich.

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