go dogma logo
 
 | Verzeichnis | Edition Dogma Marken | Links | Erweiterte Suche
Willkommen bei GO-Dogma - Die undogmatische Grundorganisation Friday, 12. August 2022 @ 22:56
Topics
Home
Aktuelles (20/0)
Flugblätter (7/0)
Zitate (5/0)
Dogmatische Positionen (10/0)
Satire (1/0)
Dogma Outdoor (2/0)
Diskussionsgrundlagen (9/0)
Pröbstling des Monats (8/0)
Gastbeiträge (17/0)
Archiv (18/0)

What's New

ARTIKEL

Keine neuen Artikel

KOMMENTARE letzte 2 Tage

Keine neuen Kommentare

TRACKBACKS letzte 2 Tage

Keine neuen Trackback-Kommentare

LINKS letzte 2 Wochen

Es gibt keine Links anzuzeigen.

neues auf no-racism.net
Beim Lesen dieses Feeds trat ein Fehler auf (die Datei error.log enthält nähere Informationen).

Anmelden
Username:

Passwort:


volksstimmen
Beim Lesen dieses Feeds trat ein Fehler auf (die Datei error.log enthält nähere Informationen).


Mit ?-sterreichpatriotismus gegen die EU | 2 Kommentar(e) | Neuen Account anlegen
Die folgenden Kommentare geben Meinungen von Lesern wieder und entsprechen nicht notwendigerweise der Meinung der Betreiber dieser Site. Die Betreiber behalten sich die Löschung von Kommentaren vor.
Mit ?-sterreichpatriotismus gegen die EU
Autor: mz am Wednesday, 25. January 2006 @ 17:23
"?oeber die Losung 'Die EU kommt uns zu teuer' und ihre KritikerInnen."
Eine Antwort des steirischen KP-Vorsitzenden Franz Stefan Parteder,
die wir gerne zur Beförderung der Auseinandersetzung wiedergeben:

Was sind wichtigste Kennzeichen von politischem Sektierertum? Meiner
Meinung nach sind das Realitätsblindheit und Erhabenheitsdünkel.

Man nimmt nur solche Tatsachen zur Kenntnis, die in das eigene Weltbild
passen, und hält sich selbst für besser als die "unwissende Masse".

In unserer Bewegung ist rückwärtsgewandtes Sektierertum leicht
erkennbar: Dort wetteifert man darum, marxistisch-leninistische
Formulierungen der Klassiker möglichst wortgetreu wiederzugeben.

Dass Marxismus auch eine Philosophie der Praxis ist, dass Dialektik
eingreifendes Denken bedeutet, dass wir versuchen sollten, unsere
Weltanschauung mit der ArbeiterInnenbewegung (so wie sie ist) zu
verbinden, kommt für derartige Gruppen nicht mehr in Betracht.

Es gibt aber auch ein Sektierertum, das in modernem Gewand auftritt.
Hier setzt man einige neue Erscheinungen absolut und vergisst ebenfalls
auf die Dialektik, vor allem auf die Dialektik von Allgemeinem,
Einzelnem und Besonderem. Im Bemühen, die eigene Einseitigkeit für
verbindlich zu erklären, verschwinden die realen Kampffelder und wird
ein imaginäres Feld der Auseinandersetzung aufgebaut. Wer ?-sterreich für
unwichtig erklärt und die Lösung der entscheidenden Fragen
ausschließlich auf die EU oder gar auf die globale Ebene verlagern will,
gibt die Verantwortung für seine eigenen politischen Schritte auf. Er
oder sie kann die österreichische Bevölkerung für dumpf, rückständig und
provinziell erklären, während man selbst, da besser gebildet und mit dem
richtigen Durchblick versehen, über all das erhaben ist. Dass man sich
mit dieser Haltung kaum noch von den bürgerlichen Schnöseln
unterscheidet, die (auch aus ganz persönlichen materiellen Gründen) für
die EU und ihre Institutionen eintreten, fällt einem gar nicht mehr auf.
Im Kern läuft diese Art des Sektierertums darauf hinaus, dass eine Elite
über die "blöde Masse" bestimmen will und Fakten, die gegen die eigene
Haltung sprechen, nicht mehr zur Kenntnis nimmt.

Ich bin ein Opfer dieses Sektierertums geworden. Eines der
erfolgreichsten KP?--Plakate der letzten Zeit hatte die Losung "Die EU
kommt uns zu teuer". Es drückt eine soziale Haltung gegenüber der EU aus
und versucht entschiedene Gegner der EU und KritikerInnen von konkreten
Fehlentwicklungen, die auf die EU zurückzuführen sind, gleichermaßen
anzusprechen.

Ich gestehe, dass ich diese Losung erfunden habe. Sie hat uns im Vorfeld
des steirischen Landtagswahlkampfes 2005 sehr genützt. Jetzt werde ich
von der Parteigruppe "Dogma" beschuldigt, "die halbe Wahrheit und somit
eine Unwahrheit" zu sagen und eine "hirnrissige Forderung" aufzustellen.

Was ist passiert? Ich habe in einer Aussendung einige Ergebnisse des
jüngsten EU-Barometers für ?-sterreich zitiert auf die Aussage des
Sozialwissenschaftlers Ernst Gehmacher hingewiesen , der laut Kurier
(24. 1. 2006) betont hatte, dass die EU-Gegnerschaft vor allem soziale
Gründe hat. Die sogenannten Modernisierungsverlierer – also die Mehrheit
der Bevölkerung, die ArbeiterInnenklasse, wenn man ihre Zusammensetzung
weiter fasst, die sozial benachteiligten Menschen - üben besonders
scharfe Kritik an der EU. Diese Unzufriedenheit kann sich laut Gehmacher
nach rechts, aber auch in eine linke Richtung entladen. Die steirische
KP?- arbeitet daran, dass sich das auch politisch ausdrückt – nicht ganz
ohne Erfolg, wie zuletzt die Landtagswahl am 2. Oktober 2005 gezeigt hat.

Sollen wir den Menschen, die eine soziale Kritik an der EU und an der
Rolle der transnationalen Konzerne üben, nach all den Erfahrungen, die
sie gemacht haben, lediglich zur Antwort geben, dass wir die Rolle des
EU-Parlaments stärken wollen, wie das Franz Schäfer unlängst getan hat?

Natürlich nicht. Deshalb habe ich in meiner Aussendung gesagt: "Nur 26
% der Bevölkerung unseres Bundeslandes vertrauen der EU. Das ist ein
gutes Zeichen. Die EU kommt uns zu teuer. Wir brauchen in der Steiermark
und in Europa Alternativen, die den arbeitenden Menschen nützen."

Ist das die Haltung eines national bornierten Provinzpolitikers? Nur für
jemanden, der die Tatsachen nicht zur Kenntnis nimmt, nur für einen
Sektierer.

Als kleine Nachhilfe zitiere ich eine einschlägige Stelle aus dem
Manifest der steirischen KP?- für die Landtagswahl 2005: "EU und
Großkonzerne haben ganz klare Ziele: Sozialstaat, geregelte
Beschäftigung und Rechte für die arbeitenden Menschen werden unter der
irreführenden Losung der "Sicherung des Wirtschaftsstandortes
zurückgedrängt, damit die Profite stimmen. Dem dient auch die neue
EU-Verfassung. Die steirische KP?- tritt daher in ?-sterreich und auch auf
gesamteuropäischer Ebene für demokratische und soziale Alternativen zu
diesem Wirtschaftsblock ein, der eine immer stärkere militärische Rolle
spielen will. Die EU kommt uns allen viel zu teuer!"

Das ist der Rahmen, in dem sich die EU-Politik der steirischen KP?-
bewegt. Dass wir auf die Forderung nach einem EU-Austritt nicht
verzichten, ist selbstverständlich und sogar durch die Beschlusslage der
Bundes-KP?- gedeckt. Nothing lasts forever, liebe Freunde, nicht einmal
die EU.

Zum Schluss: Wir haben in der Steiermark unsere Politik seit dem Jahr
1991 stets in Auseinandersetzung mit innerparteilichen WidersacherInnen
entwickelt, die uns Schrebergartenpolitik oder lokale Beschränktheit
vorgeworfen haben. Wir haben damals auf der 17. KP?- Landeskonferenz
(1991) zwei Feststellungen getroffen: "Es geht darum, unsere materielle
Substanz so einzusetzen, damit unsere politische Substanz in Gemeinden
und Betrieben gesichert und womöglich ausgebaut wird." Und wir haben
unter dem Schlagwort "Arbeiterpolitik" unseren basisbezogenen Kurs
bekräftigt. Ich zitiere aus dem damaligen Referat: "Die
Internationalisierung ist eine objektive Tendenz, manche Probleme sind
sogar nur im globalen Rahmen zu lösen. Die Widersprüche der Gesellschaft
wirken aber auf konkrete Menschen. Diese konkreten Menschen sind von
kritischen Bewegungen zuerst einmal nicht über die großen Medien
anzusprechen, sondern dort, wo sie leben. (...) Unser Kurs auf die Basis
ist eben kein pragmatisches Weiterwurschteln, sondern eine bewusste
politische Entscheidung". (F. St. Parteder. Referat auf der
KP?--Landeskonferenz, 16. 11. 1991).

Damals hatten wir in Wien, Stmk, N?- und O?- etwa gleich starke
Positionen, wir waren in Kärnten noch in Gemeinderäten vertreten. Im
Jahr 2006 können wir in der Steiermark auf die erfolgreichste Periode
unserer Geschichte zurückblicken. Hat nicht irgend jemand einmal gesagt:
"Das Kriterium für die Wahrheit einer Aussage ist die gesellschaftliche
Praxis?"

Graz, am 25. 1. 2006

Franz Stephan Parteder
[ Antwort schreiben | vorherige ]
Seite erzeugt in 0.14 Sekunden

 Copyright © 2022 GO-Dogma - Die undogmatische Grundorganisation
 All trademarks and copyrights on this page are owned by their respective owners.

Powered By